
Der Wechsel zu Vollformat ist weniger eine technische Notwendigkeit als vielmehr eine strategische Geschäftsentscheidung, die Ihre Marktposition und Rentabilität als Fotograf direkt beeinflusst.
- Höhere Bildqualität bei wenig Licht erweitert Ihr Auftrags-Portfolio (z.B. dunkle Kirchen, Abend-Events).
- Die originalgetreue Brennweite Ihrer Objektive sorgt für einen berechenbaren und effizienten Workflow.
- Die wahrgenommene Professionalität kann höhere Tagessätze rechtfertigen und das Kundenvertrauen stärken.
Empfehlung: Analysieren Sie Ihre aktuellen und angestrebten Auftragsarten. Rechtfertigt das Potenzial für neue, anspruchsvollere Jobs oder eine Effizienzsteigerung die höhere Anfangsinvestition, ist der Umstieg auf Vollformat der logische nächste Schritt für Ihr Business.
Stehen Sie als aufstrebender Fotograf in Deutschland vor der Entscheidung, von Ihrem bewährten APS-C-System aufzurüsten? Dann kennen Sie das Dilemma: Foren, Blogs und Kollegen predigen die Überlegenheit des Vollformats. Es ist der vermeintliche Goldstandard, ein Symbol für Professionalität. Oft kreist die Debatte um technische Plattitüden wie besseres Bokeh oder höhere Auflösung. Doch diese Diskussion greift zu kurz. In einem Markt, in dem es laut einer Erhebung im Jahr 2022 über 40.600 Betriebe im Fotografenhandwerk gab, ist Differenzierung entscheidend. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Vollformat technisch „besser“ ist, sondern ob es für Ihr Geschäftsmodell wirtschaftlich sinnvoll ist.
Dieser Artikel bricht bewusst mit der reinen Technikdebatte. Stattdessen beleuchten wir den Umstieg auf Vollformat aus der Perspektive eines Unternehmers. Wir analysieren, wie sich grössere Pixel, der Wegfall des Crop-Faktors und die berühmte „Heilige Dreifaltigkeit“ der Objektive direkt auf Ihre Effizienz, Ihr Auftragsspektrum und letztendlich auf Ihre Rentabilität auswirken. Es geht darum zu verstehen, wann der Aufpreis für Vollformat nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine kluge Investition in die Zukunft Ihres Fotografie-Business ist. Wir werden die physischen und finanziellen Aspekte abwägen und Ihnen eine fundierte Grundlage für eine der wichtigsten Entscheidungen Ihrer Karriere bieten.
Um diese komplexe Entscheidung zu strukturieren, führt dieser Leitfaden Sie durch die acht entscheidenden Aspekte, die Sie bei der Abwägung zwischen APS-C und Vollformat aus unternehmerischer Sicht berücksichtigen müssen.
Inhaltsverzeichnis: Der wirtschaftliche Leitfaden zum Vollformat-System
- Warum grössere Pixel bei gleicher Auflösung weniger rauschen als bei kleinen Sensoren?
- Wie wirkt sich der fehlende Crop-Faktor auf Ihre bestehende Objektivsammlung aus?
- Vollformat oder High-End-APS-C: Welches System bietet mehr für 2000 €?
- Das unterschätzte Problem schwerer Glas-Elemente bei ganztägigen Hochzeitsreportagen
- Wann lohnt sich der Aufpreis für Vollformat wirtschaftlich für Ihr Business?
- 14-24, 24-70, 70-200: Warum diese Kombination der Industriestandard ist?
- Warum ist die Basis-ISO immer der Garant für den höchsten Dynamikumfang?
- Das „Heilige Dreifaltigkeit“-Setup: Welche 3 Zooms decken 99% aller Aufträge ab?
Warum grössere Pixel bei gleicher Auflösung weniger rauschen als bei kleinen Sensoren?
Das Argument der besseren Low-Light-Fähigkeit von Vollformatkameras ist mehr als nur ein Marketingversprechen; es basiert auf fundamentaler Physik. Stellen Sie sich die Pixel eines Sensors wie Eimer im Regen vor. Ein grösserer Sensor hat bei gleicher Megapixelzahl (Auflösung) zwangsläufig grössere einzelne Pixel. Diese grösseren „Eimer“ können in der gleichen Zeit mehr Licht (Photonen) einfangen als die kleineren Pixel eines APS-C-Sensors. Dieses stärkere, sauberere Lichtsignal ist der Kern des Vorteils.
Wenn wenig Licht vorhanden ist, muss das von den Pixeln eingefangene Signal elektronisch verstärkt werden – das ist es, was Sie tun, wenn Sie den ISO-Wert erhöhen. Bei einem schwachen Ausgangssignal (wie von einem kleinen Pixel) muss die Verstärkung sehr hoch sein. Dabei wird nicht nur das Bildsignal, sondern auch das unvermeidliche elektronische Grundrauschen mitverstärkt. Das Resultat sind sichtbares Farbrauschen und Detailverlust. Da ein grosses Pixel von vornherein ein stärkeres Signal liefert, ist weniger Verstärkung nötig, um eine korrekte Belichtung zu erzielen. Das Verhältnis von Signal zu Rauschen ist von Natur aus besser.
Für Ihr Business bedeutet das konkret: Sie können bei Hochzeiten in dunklen Kirchen, bei Konzerten oder auf abendlichen Firmenevents mit höheren ISO-Werten fotografieren und erhalten dennoch saubere, für Kunden verwertbare Bilder. Wo ein APS-C-System bereits unbrauchbares Rauschen produziert, liefert ein Vollformatsystem oft noch scharfe und detailreiche Ergebnisse. Diese Fähigkeit erweitert Ihr potenzielles Auftragsspektrum erheblich und sichert die Qualität Ihrer Arbeit unter schwierigen, aber oft lukrativen Bedingungen.
Wie wirkt sich der fehlende Crop-Faktor auf Ihre bestehende Objektivsammlung aus?
Der Crop-Faktor von APS-C-Sensoren (typischerweise 1.5x oder 1.6x) ist ein zweischneidiges Schwert. Während er Teleobjektiven zusätzliche „Reichweite“ verleiht, beschneidet er den eigentlichen Bildwinkel Ihrer Weitwinkel- und Standardobjektive. Ein 35mm-Objektiv, ein Klassiker für die Reportagefotografie, verhält sich an einer APS-C-Kamera plötzlich wie ein 50-55mm-Objektiv. Ihr teures 24mm-Weitwinkel wird zu einem eher unspektakulären 38mm-Standardobjektiv. Beim Umstieg auf Vollformat erleben Sie den wahren Charakter Ihrer Objektive – ein 50mm ist ein 50mm. Diese berechenbare Bildwirkung ist für Profis essenziell.
Diese Rückkehr zur nativen Brennweite hat direkte Auswirkungen auf Ihre Arbeitsweise und Kreativität. Sie müssen nicht mehr im Kopf umrechnen, welchen Bildausschnitt ein Objektiv liefern wird. Dies beschleunigt die Objektivwahl am Set und macht Ihren Workflow intuitiver und effizienter. Besonders im Weitwinkelbereich eröffnet Vollformat neue Möglichkeiten, da Sie die volle, dramatische Perspektive eines 16mm- oder 24mm-Objektivs nutzen können – entscheidend für Architektur, Immobilienfotografie oder beeindruckende Landschaftsaufnahmen.

Die folgende Tabelle verdeutlicht, wie sich die effektive Brennweite durch den Crop-Faktor eines APS-C-Sensors (hier am Beispiel Canon mit 1,6x) im Vergleich zum Vollformat verschiebt. Diese Daten, basierend auf einer Analyse von Canon zu Sensorgrössen, zeigen, warum die „Heilige Dreifaltigkeit“ der Zooms am Vollformat ihre volle Stärke entfaltet.
| Objektiv-Brennweite | Vollformat-Bildwinkel | APS-C effektiv (x1,6) |
|---|---|---|
| 14-24mm | Ultra-Weitwinkel | 22-38mm |
| 24-70mm | Standard-Zoom | 38-112mm |
| 70-200mm | Tele-Zoom | 112-320mm |
Für Fotografen, die bereits in hochwertige Vollformat-Objektive investiert haben und diese an einer APS-C-Kamera nutzen, ist der Wechsel zum Vollformat-Body der logische Schritt, um das volle Potenzial ihrer Ausrüstung freizusetzen. Es ist eine Investition in die gestalterische Freiheit und die Effizienz am Arbeitsplatz.
Vollformat oder High-End-APS-C: Welches System bietet mehr für 2000 €?
Die 2000-Euro-Marke ist eine psychologisch wichtige Schwelle und stellt den Kern des Investitionsdilemmas dar. Für dieses Budget stehen Sie vor einer strategischen Wahl: Investieren Sie in ein Einstiegs-Vollformatsystem oder in ein Spitzenmodell aus dem APS-C-Segment? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn es ist ein klassischer Fall von „Body versus Glas“. Für rund 2000 € erhalten Sie oft einen soliden, aber vielleicht etwas älteren oder funktional reduzierten Vollformat-Body (z.B. eine Sony A7C oder eine Canon EOS RP) mit einem einfachen Kit-Objektiv.
Im Gegensatz dazu bekommen Sie für das gleiche Geld ein High-End-APS-C-System (wie eine Fujifilm X-T5 oder eine Sony A6700) oft schon mit einem lichtstarken, hochwertigen Zoom- oder Festbrennweitenobjektiv. Technisch gesehen bietet das APS-C-Paket auf dem Papier oft mehr: schnelleren Autofokus, höhere Serienbildraten und fortschrittlichere Videofunktionen. Es ist das „vernünftigere“ Paket für den unmittelbaren Einsatz. Der Kauf eines Vollformat-Bodys ist hingegen eine Investition in eine Systemzukunft. Sie erwerben den Zugang zu einem professionellen Ökosystem von Objektiven und Zubehör und die grundlegenden Bildqualitätsvorteile des grösseren Sensors.
Die Entscheidung hängt von Ihrer Geschäftsstrategie ab. Benötigen Sie sofort maximale Performance für schnelle Action oder Video? Dann könnte ein High-End-APS-C-System die klügere Wahl sein. Sehen Sie Ihre Zukunft jedoch in der Porträt-, Hochzeits- oder Studiofotografie, wo die nuancierte Bildqualität, die Low-Light-Fähigkeit und die volle Objektivwirkung des Vollformats entscheidend sind, dann ist die Investition in den Vollformat-Body der strategisch weitsichtigere Schritt. Sie opfern kurzfristig vielleicht einige Komfortfunktionen, sichern sich aber langfristig die höhere Bildqualität und den Industriestandard.
Das unterschätzte Problem schwerer Glas-Elemente bei ganztägigen Hochzeitsreportagen
Die überlegene Bildqualität von Vollformatobjektiven, insbesondere der lichtstarken f/2.8-Zooms oder f/1.4-Festbrennweiten, hat einen handfesten Preis: Gewicht. Grössere Sensoren erfordern Objektive mit einem grösseren Bildkreis, was unweigerlich zu grösseren und schwereren Glaselementen führt. Eine typische Vollformat-Ausrüstung für eine Hochzeit, bestehend aus zwei Bodies und der „Heiligen Dreifaltigkeit“ der Zooms, kann leicht 5-7 kg wiegen. Dieses Gewicht tragen Sie über 10 bis 12 Stunden, was eine erhebliche physische Belastung darstellt.
Diese ergonomische Belastung wird von vielen aufstrebenden Fotografen unterschätzt. Sie führt nicht nur zu Nacken- und Rückenschmerzen, sondern kann auch Ihre Konzentration und Kreativität gegen Ende eines langen Arbeitstages beeinträchtigen. Ein müder Fotograf macht Fehler, übersieht Momente und ist weniger reaktionsschnell. Die Ergonomie ist somit kein Luxusproblem, sondern ein direkter Faktor für Ihre berufliche Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit im Job. Die Investition in Vollformat muss daher immer mit einer Investition in ergonomische Tragesysteme einhergehen.

Die gute Nachricht ist, dass es bewährte Lösungen gibt, um dieser Belastung entgegenzuwirken. Die Wahl des richtigen Equipments und Arbeitsweise kann den Unterschied zwischen einem schmerzfreien, produktiven Tag und völliger Erschöpfung ausmachen. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Massnahmen zusammen, um auch lange Shootings mit schwerem Gerät gesund und effizient zu überstehen.
Ihr Aktionsplan für ergonomisches Arbeiten bei langen Shootings
- Ausrüstung optimieren: Setzen Sie einen Batteriegriff ein, um die Gewichtsverteilung der Kamera zu verbessern und die Akkulaufzeit zu verlängern.
- Tragesysteme nutzen: Investieren Sie in professionelle Tragesysteme wie einen Doppel-Kameragurt (z.B. von Peak Design oder Holdfast), um das Gewicht von den Schultern auf den Rumpf zu verteilen.
- Leichte Alternativen prüfen: Erwägen Sie für bestimmte Situationen leichtere Setups, wie eine kompakte Vollformatkamera (z.B. Sony A7C) mit kleinen Festbrennweiten.
- Pausen einplanen: Planen Sie bewusst kurze Pausen ein, in denen Sie die Ausrüstung ablegen, um Ihre Muskulatur zu entlasten.
- Zweite Kamera strategisch einsetzen: Nutzen Sie eine zweite Kamera mit einem anderen Objektiv, um ständige, belastende Objektivwechsel zu vermeiden.
Wann lohnt sich der Aufpreis für Vollformat wirtschaftlich für Ihr Business?
Der Umstieg auf Vollformat ist dann wirtschaftlich lohnenswert, wenn er Ihnen ermöglicht, mehr Umsatz zu generieren oder Ihre Kosten zu senken. Der Break-even-Point ist erreicht, wenn die zusätzlichen Einnahmen oder Einsparungen die anfängliche Mehrinvestition übersteigen. Dies kann auf mehreren Wegen geschehen. Erstens durch den Zugang zu neuen Auftragsarten: Die Fähigkeit, bei schlechten Lichtverhältnissen qualitativ hochwertige Bilder zu liefern, kann Ihnen Aufträge für Konzerte, Theater oder stimmungsvolle Abendveranstaltungen sichern, die mit APS-C schwer zu realisieren wären.
Zweitens durch eine gesteigerte Effizienz: Der intuitive Workflow ohne Crop-Faktor und der höhere Dynamikumfang, der aufwendige Belichtungsreihen (Bracketing) reduzieren kann, sparen wertvolle Zeit in der Aufnahme und in der Nachbearbeitung. Zeit ist Geld – jede Stunde, die Sie weniger am Rechner verbringen, können Sie in Akquise oder weitere bezahlte Aufträge investieren. Drittens, und das ist ein weicher, aber entscheidender Faktor, ist die Wahrnehmung durch den Kunden. Eine professionelle Vollformatausrüstung kann das Vertrauen von anspruchsvollen Kunden (z.B. im Corporate-Bereich) stärken und es Ihnen erleichtern, höhere Tagessätze zu rechtfertigen.
Eine Umfrage unter Berufsfotografen zeigt, dass trotz Herausforderungen eine positive Grundstimmung herrscht und die Tagessätze sehr variabel gestaltet werden. Wie eine Jahresumfrage der Berufsfotografen andeutet, ist die Fähigkeit, sich im Markt zu positionieren, entscheidend. Rechnen Sie konkret: Wie viele zusätzliche Aufträge oder wie viel Prozent Aufschlag auf Ihren Tagessatz benötigen Sie, um die Investition von beispielsweise 2000 € innerhalb eines Jahres zu amortisieren? Wenn Sie durch das Upgrade beispielsweise nur zwei zusätzliche Hochzeitsreportagen pro Jahr gewinnen, hat sich die Investition bereits gelohnt.
14-24, 24-70, 70-200: Warum diese Kombination der Industriestandard ist?
Die sogenannte „Heilige Dreifaltigkeit“ – bestehend aus den drei lichtstarken f/2.8-Zoomobjektiven 14-24mm, 24-70mm und 70-200mm – ist nicht grundlos der De-facto-Standard in der professionellen Event-, Hochzeits- und Pressefotografie. Ihr Status beruht auf einem einfachen, aber schlagkräftigen Prinzip: maximale Flexibilität bei kompromissloser Bildqualität und konstanter Lichtstärke. Diese drei Objektive decken einen riesigen Brennweitenbereich von Ultra-Weitwinkel bis Tele ab, ohne dass der Fotograf das Objektiv wechseln muss, wenn sich die Situation schlagartig ändert.
Stellen Sie sich eine Hochzeitszeremonie vor: Mit dem 70-200mm können Sie unauffällig aus der Ferne emotionale Momente während des Ja-Worts einfangen. Unmittelbar danach wechseln Sie für das Gruppenfoto vor der Kirche nahtlos zum 24-70mm oder sogar zum 14-24mm, um die gesamte Hochzeitsgesellschaft mit der imposanten Architektur im Hintergrund abzubilden. Diese nahtlose Abdeckung verschiedener Szenarien ist der Schlüssel zur Workflow-Effizienz. Sie verpassen keine entscheidenden Momente, weil Sie gerade ein Objektiv wechseln. Jeder verpasste Moment ist ein potenziell verlorenes Bild im Portfolio des Kunden – und damit verlorener Wert.
Die durchgehende Lichtstärke von f/2.8 ist der zweite entscheidende Faktor. Sie müssen Ihre Kameraeinstellungen (Belichtungszeit, ISO) nicht anpassen, wenn Sie innerhalb eines Objektivs zoomen. Dies ermöglicht schnelles, instinktives Arbeiten unter wechselnden Lichtbedingungen. Diese Kombination ist somit weniger eine Sammlung von drei Objektiven als vielmehr ein integriertes System für maximale Effizienz. Es ist eine Investition, die sich nicht nur durch die Bildqualität, sondern vor allem durch die Fähigkeit auszahlt, in jeder Situation schnell und zuverlässig professionelle Ergebnisse zu liefern.
Warum ist die Basis-ISO immer der Garant für den höchsten Dynamikumfang?
Der Dynamikumfang beschreibt die Fähigkeit eines Sensors, gleichzeitig sehr helle (Lichter) und sehr dunkle (Schatten) Bereiche eines Bildes mit allen Details dazwischen zu erfassen. Ein hoher Dynamikumfang ist der Schlüssel zu Bildern mit Tiefe und nuancierten Tonwerten. Die Basis-ISO (meist ISO 100 oder 200) ist der Zustand, in dem der Sensor sein volles, unverfälschtes Potenzial entfalten kann. Bei dieser Einstellung findet keine oder nur eine minimale elektronische Verstärkung des Signals statt. Das Signal-Rausch-Verhältnis ist optimal, und der Sensor kann die grösstmögliche Bandbreite an Helligkeitsinformationen aufzeichnen.
Vollformatsensoren spielen hier erneut ihren physikalischen Vorteil aus. Ihre grösseren Pixel können mehr Lichtinformationen speichern, bevor sie „voll“ sind und ausbrennen (Clipping in den Lichtern). Gleichzeitig ist ihr Grundrauschen in den tiefsten Schatten geringer. Dies führt zu einem signifikant höheren Dynamikumfang bei Basis-ISO im Vergleich zu APS-C-Sensoren. Ein Experte fasst den Zusammenhang prägnant zusammen:
Vollformatsensoren haben grössere lichtempfindliche Elemente (Pixel), die mehr Licht und Bildinformationen aufnehmen können. Dadurch entstehen Bilder mit ausdrucksstärkeren Farben, besserem Kontrast und geringerem Bildrauschen. Grössere Pixel bedeuten auch, dass weniger elektronisches Rauschen entsteht.
– Businessfotograf Magdeburg, Fachbeitrag Vollformat-Vorteile
Für Ihr Geschäft bedeutet ein hoher Dynamikumfang eine enorme Zeitersparnis und Flexibilität. In der Landschafts- oder Architekturfotografie können Sie oft auf aufwendige Belichtungsreihen (HDR) verzichten, da eine einzige Aufnahme ausreicht, um Details im hellen Himmel und in den dunklen Gebäudeschatten zu erhalten. In der Porträtfotografie haben Sie in der Nachbearbeitung viel mehr Spielraum, um Schatten aufzuhellen oder Lichter abzusenken, ohne dass unschönes Rauschen oder Farbverschiebungen (Banding) auftreten. Technische Analysen belegen, dass diese Fähigkeit, mehr Licht zu erfassen, direkt zu einer höheren Bildqualität führt. Dieser technische Vorteil übersetzt sich direkt in einen effizienteren Post-Processing-Workflow und hochwertigere Endergebnisse für Ihre Kunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Entscheidung für Vollformat ist primär eine wirtschaftliche und strategische Weichenstellung für Ihr Fotografie-Business, keine rein technische Aufrüstung.
- Die „Heilige Dreifaltigkeit“ der f/2.8-Zooms ist der Industriestandard, weil sie maximale Flexibilität und Workflow-Effizienz für professionelle Aufträge bietet.
- Die ergonomische Belastung durch schwerere Vollformat-Ausrüstung ist ein realer Kostenfaktor, der durch passende Tragesysteme und Arbeitsweisen gemanagt werden muss.
Das „Heilige Dreifaltigkeit“-Setup: Welche 3 Zooms decken 99% aller Aufträge ab?
Nachdem wir die strategische Bedeutung der „Heiligen Dreifaltigkeit“ für die Workflow-Effizienz verstanden haben, werfen wir einen Blick auf die konkreten Einsatzgebiete. Diese drei Objektive sind nicht nur flexibel, sondern jeweils Spezialisten für bestimmte Aufgaben, die in der Summe fast jedes professionelle Szenario abdecken. Ihre Stärke liegt darin, dass Sie als Fotograf für praktisch jede Herausforderung gerüstet sind, ohne einen Koffer voller Festbrennweiten mit sich führen zu müssen.
Das 14-24mm f/2.8 ist Ihr Werkzeug für das grosse Ganze. Es ist unverzichtbar in der Immobilien- und Architekturfotografie, um auch enge Innenräume weit und offen wirken zu lassen. Bei Events fängt es die gesamte Szenerie ein, und bei Gruppenfotos stellt es sicher, dass auch in der letzten Reihe jeder zu sehen ist. Das 24-70mm f/2.8 ist das sprichwörtliche Arbeitspferd. Es ist das perfekte Reportageobjektiv, das von der Weitwinkel-Aufnahme einer Szene bis zum klassischen Porträt alles abdeckt. Bei 90% aller Event-Situationen werden Sie dieses Objektiv auf Ihrer Kamera haben. Das 70-200mm f/2.8 schliesslich ist der Spezialist für Distanz und Kompression. Es ermöglicht unauffällige, emotionale Aufnahmen bei Zeremonien, isoliert Personen bei Sportveranstaltungen vom Hintergrund und erzeugt bei Porträts eine schmeichelhafte Bildkompression, die Hintergründe verdichtet und Motive hervorhebt.
Die folgende Übersicht, die auf Praxiserfahrungen wie denen in einem Testbericht zur Sony Alpha 7 III basiert, fasst die typischen Einsatzgebiete dieser drei Alleskönner zusammen und zeigt, warum diese Investition eine solide Basis für ein professionelles Fotografie-Business darstellt.
| Objektiv | Haupteinsatzgebiet | Typische Situationen |
|---|---|---|
| 14-24mm f/2.8 | Architektur/Landschaft | Innenräume, Gruppenfotos, weite Landschaften |
| 24-70mm f/2.8 | Allround/Events | Reportage, Porträts, Produktfotografie |
| 70-200mm f/2.8 | Tele/Sport | Sport, Wildlife, komprimierte Porträts |
Die Entscheidung für ein Kamerasystem ist eine der grundlegendsten für Ihre Karriere. Wie dieser Leitfaden zeigt, geht es beim Vollformat nicht um Prestige, sondern um handfeste wirtschaftliche Vorteile: ein breiteres Auftragsspektrum, ein effizienterer Workflow und eine Marktpositionierung, die höhere Honorare rechtfertigt. Um diese Vorteile für sich zu nutzen, besteht der nächste logische Schritt darin, eine präzise Analyse Ihres eigenen Geschäftsmodells und Ihrer Zielkunden vorzunehmen.
Häufige Fragen zum „Heilige Dreifaltigkeit“-Setup
Warum ist 14-24mm für Immobilienfotografie ideal?
Der Ultra-Weitwinkel ermöglicht es, auch in engen Räumen den kompletten Raum abzubilden und schafft eine eindrucksvolle Raumwirkung.
Welche Vorteile bietet das 24-70mm als Standardzoom?
Es deckt 90% aller Event-Situationen ab – von Gruppenfotos bis zu Einzelporträts, ohne ständige Objektivwechsel.
Wann kommt das 70-200mm zum Einsatz?
Perfekt für unauffällige Aufnahmen bei Zeremonien, Kompression für Porträts und wenn Distanz zum Motiv erforderlich ist.