
Die Wahl des Galerie-Tools ist keine technische, sondern eine strategische Entscheidung über das Kundenerlebnis, das Ihre Premium-Preise rechtfertigt.
- Eine durchdachte Bildauswahl (z. B. durch Farbcodes) reduziert die Entscheidungs-Ermüdung des Kunden und steigert dessen Zufriedenheit.
- Eine nahtlose Markenkonsistenz von Ihrer Website bis in die Galerie ist entscheidend, um als High-End-Dienstleister wahrgenommen zu werden.
Empfehlung: Wählen Sie nicht das Tool mit den meisten Funktionen, sondern jenes, das Ihre Markenwerte am besten widerspiegelt und die wahrgenommene Qualität Ihrer Dienstleistung unterstreicht.
Als Hochzeits- oder Porträtfotograf wissen Sie: Der Moment der Bildübergabe ist der Höhepunkt der gesamten Kundenerfahrung. Doch genau hier entsteht oft ein Bruch. Nach einem persönlichen, emotionalen Shooting wird der Kunde in eine sterile, unpersönliche Online-Galerie geschickt, die mit Ihrer Marke nichts zu tun hat. Die Wahl zwischen Tools wie Pic-Drop oder Pixieset wird dann oft auf eine reine Feature-Liste reduziert: Speicherplatz, Preis, Download-Optionen. Aber was, wenn diese Perspektive zu kurz greift?
Die eigentliche Frage ist nicht, welches Tool mehr kann, sondern welches Tool Ihnen die beste Plattform bietet, um eine durchgängige Premium-Erfahrung zu gestalten. Es geht darum, die Bildauswahl nicht als lästige Pflicht, sondern als freudigen, einfachen und markenkonformen Prozess für den Kunden zu inszenieren. Wir verlagern den Fokus vom reinen Funktionsvergleich hin zur „Entscheidungsarchitektur“ und dem wahrgenommenen Wert aus Kundensicht. Es ist an der Zeit, die Online-Galerie nicht als technisches Auslieferungstool, sondern als entscheidenden Erlebnis-Touchpoint zu betrachten, der Ihre Preise rechtfertigt und Ihre Marke stärkt.
Dieser Artikel analysiert die Schlüsselfunktionen beider Welten aus der Perspektive eines UX-Designers für Fotografen. Wir beleuchten, wie Sie Reibungspunkte für Ihre Kunden minimieren, die Markenwahrnehmung maximieren und durch clevere Integrationen sogar zusätzliches Einkommen generieren können. Das Ziel: eine Entscheidungsgrundlage, die auf dem bestmöglichen Kundenerlebnis basiert.
Um Ihnen eine klare Orientierung zu geben, haben wir diesen Leitfaden strukturiert. Er führt Sie von der Optimierung des Auswahlprozesses über die Markenkonsistenz bis hin zur Wertsteigerung Ihrer Arbeit als Kunstwerk. Jeder Abschnitt beantwortet eine präzise Frage, um Ihnen zu helfen, Ihre Bildlieferung als integralen Bestandteil Ihrer Premium-Dienstleistung zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis: Der Weg zur optimalen Kunden-Galerie
- Wie hilft ein Ampelsystem dem Kunden, sich schneller zwischen ähnlichen Motiven zu entscheiden?
- Wie integriert man einen Shop in die Galerie, um passives Einkommen zu generieren?
- Warum die Galerie wie Ihre Website aussehen muss, um Premium-Preise zu rechtfertigen?
- Wie sichert man Galerien für VIP-Kunden mit Passwörtern und Ablaufdatum ab?
- Wann sollten Sie Downloads sperren und nur Web-Ansichten freigeben?
- 360-Grad-Ansicht oder Detailfotos: Was überzeugt den Kunden bei Modeartikeln mehr?
- Wie nummeriert und signiert man Editionen, um den Marktwert langfristig zu steigern?
- Fine-Art-Print oder Standard-Druck: Was rechtfertigt den 5-fachen Preis für Sammler?
Wie hilft ein Ampelsystem dem Kunden, sich schneller zwischen ähnlichen Motiven zu entscheiden?
Stellen Sie sich die Situation aus Kundensicht vor: Nach einem wundervollen Shooting erhält Ihr Kunde einen Link zu einer Galerie mit hunderten von Bildern. Darunter sind viele sehr ähnliche Motive – minimale Unterschiede in Lächeln, Haltung oder Blick. Die Aufgabe, hier eine Auswahl zu treffen, kann schnell von Freude zu Überforderung umschlagen. Dieses Phänomen nennt sich Entscheidungslähmung. Hier kommen visuelle Hilfsmittel wie ein Ampelsystem ins Spiel, die den Auswahlprozess radikal vereinfachen.
Ein Ampelsystem, wie es beispielsweise die Software Narrative Select nutzt, analysiert Ihre Bilder bereits vorab auf technische Kriterien wie Schärfe und geschlossene Augen. Sie als Fotograf können dann eine Vorauswahl treffen und diese für den Kunden farblich markieren: Grün für „Top-Empfehlung“, Gelb für „Gute Alternative“ und Rot für „Technisch nicht optimal, aber emotional vielleicht wertvoll“. Für den Kunden wird der Prozess dadurch zu einer geführten Erfahrung. Statt sich durch alles kämpfen zu müssen, kann er sich auf die grün markierten Bilder konzentrieren. Das reduziert nicht nur den mentalen Aufwand, sondern schafft auch Vertrauen, da er Ihre professionelle Einschätzung direkt visualisiert sieht.

Die Implementierung solcher strukturierten Workflows kann die Effizienz dramatisch steigern. Eine Umfrage zeigt eine mögliche 50% Zeitersparnis im gesamten Shooting-Projekt-Workflow, wovon ein grosser Teil auf die Kommunikation und den Auswahlprozess entfällt. Indem Sie die Entscheidungsarchitektur für Ihren Kunden gestalten, verwandeln Sie einen potenziellen Reibungspunkt in einen positiven, effizienten Service-Touchpoint. Sie verkaufen nicht nur Bilder, sondern eine reibungslose, wertschätzende Erfahrung.
Wie integriert man einen Shop in die Galerie, um passives Einkommen zu generieren?
Eine moderne Online-Galerie ist weit mehr als nur ein Auslieferungstool. Sie ist eine Verkaufsplattform. Die Integration eines Shops direkt in die Kundengalerie ist eine der effektivsten Methoden, um passives Einkommen zu generieren und den Wert Ihrer Dienstleistung zu erhöhen. Der entscheidende Vorteil: Sie erreichen nicht nur Ihre direkten Kunden, sondern auch deren gesamtes soziales Umfeld – Familie, Freunde und Hochzeitsgäste, die alle emotional mit den Bildern verbunden sind.
Wie Julia und Gil Education treffend bemerken, ist dies eine starke Einnahmequelle, die ohne Ihr aktives Zutun fliesst. Ihre Kunden und deren Angehörige können direkt aus der Galerie heraus Prints, Alben oder andere Fotoprodukte bestellen.
Du kannst nicht nur deine Fotos stilvoll präsentieren, sondern deinen Kunden auch direkt einen Online-Shop anbieten – mit Prints, Fotobüchern und Co. Das Beste: Auch Familie und Freunde deiner Kunden können direkt über Pic-Time bestellen – ohne dass du etwas tun musst. Eine starke Möglichkeit für passives Einkommen.
– Julia and Gil Education, Geniale Tools für Fotografen
Die Wahl des Anbieters hat hier jedoch erhebliche Auswirkungen auf die User Experience und Ihre Marge. Während Pixieset eine automatisierte Anbindung an internationale Labore bietet, ist bei Pic-Drop der Prozess manueller, erlaubt aber die Anbindung an deutsche Fachlabore. Dies hat direkte Konsequenzen für die Versandkosten und -zeiten für Ihre Kunden in Deutschland. Ein Vergleich der führenden Anbieter zeigt die Unterschiede deutlich auf.
| Feature | Pic-Drop | Pixieset |
|---|---|---|
| Automatisierte Laboranbindung | Manueller Prozess | Professionelle Labore integriert |
| Deutsche Labore | Verfügbar | Nicht verfügbar (Stand 2021) |
| Verkaufskommission Free-Plan | Keine Free-Version | 15% |
| Versandkosten für deutsche Kunden | Standard | Hoch (internationale Labore) |
Die richtige Shop-Integration ist daher eine strategische Entscheidung: Priorisieren Sie die Automatisierung und das internationale Angebot von Pixieset oder die Flexibilität und lokale Anbindung von Pic-Drop, um Ihren Kunden in Deutschland ein optimales Bestellerlebnis ohne hohe Versandkosten zu bieten? Die Antwort hängt von Ihrer Zielgruppe und Ihrem Serviceversprechen ab.
Warum die Galerie wie Ihre Website aussehen muss, um Premium-Preise zu rechtfertigen?
Der Moment, in dem ein Kunde den Link zu seiner Galerie öffnet, ist ein entscheidender „Moment der Wahrheit“. Wird er auf einer generischen Plattform mit fremdem Logo (wie Dropbox oder WeTransfer) begrüsst oder taucht er weiterhin in Ihre Markenwelt ein? Für Fotografen im Premium-Segment ist die Antwort klar: Die Kundengalerie muss eine nahtlose Erweiterung Ihrer Website und Ihrer gesamten Markenidentität sein. Jeder Kontaktpunkt mit dem Kunden muss den hohen Wert Ihrer Arbeit widerspiegeln und rechtfertigen.
Ein konsistentes Branding – von den Farben über die Typografie bis hin zum Logo – schafft Professionalität und Vertrauen. Wenn der Kunde die gleiche visuelle Sprache und Qualität wie auf Ihrer Website vorfindet, wird der wahrgenommene Wert der Bilder automatisch erhöht. Es signalisiert: Dies ist kein austauschbarer Dateitransfer, sondern die exklusive Präsentation wertvoller Erinnerungen durch einen High-End-Dienstleister. Diese Markenkonsistenz ist ein psychologischer Anker, der Ihre Preise untermauert.

Ein Fotograf fasst diesen Gedanken in einer Umfrage von ProfiFoto perfekt zusammen: Es geht darum, jeden Kundenkontakt als Chance zur Markenbildung zu nutzen.
Wenn ich Daten transferiere, kommt der Kunde nicht mit Dropbox, Wetransfer oder Google Drive in Kontakt, sondern mit meinem Namen, meinen gewählten Infos und meinen Social-Media-Kanälen.
– Fotograf aus ProfiFoto Umfrage, ProfiFoto – Fotografen-Services
Tools wie Pic-Drop und Pixieset bieten weitreichende Möglichkeiten zur Anpassung, vom eigenen Logo und Favicon über benutzerdefinierte Domains bis hin zu individuellen Farbschemata. Die Investition in die Einrichtung einer perfekt gebrandeten Galerie ist keine ästhetische Spielerei, sondern eine direkte Investition in Ihre Preisstabilität und die Abgrenzung von der Konkurrenz. Eine generische Galerie flüstert „Standard“, eine gebrandete Galerie schreit „Premium“.
Wie sichert man Galerien für VIP-Kunden mit Passwörtern und Ablaufdatum ab?
Diskretion und Exklusivität sind Währungen, die im Umgang mit VIP-Kunden – seien es Prominente, Wirtschaftsführer oder einfach nur sehr private Personen – von unschätzbarem Wert sind. Die Art und Weise, wie Sie ihre Bilder handhaben und schützen, ist ein direktes Spiegelbild Ihrer Professionalität und Zuverlässigkeit. Ein ungesicherter Link, der potenziell von jedermann geöffnet werden kann, ist hier ein absolutes No-Go. Professionelle Galerie-Tools bieten deshalb eine Reihe von Sicherheitsfunktionen, die unerlässlich sind.
Passwortschutz ist dabei die grundlegendste, aber auch eine der wichtigsten Funktionen. Er schafft eine erste, aber entscheidende Barriere gegen unbefugten Zugriff. Ein Ablaufdatum für die Galerie ist ein weiteres mächtiges Werkzeug. Es erzeugt nicht nur ein Gefühl der Dringlichkeit für die Bildauswahl, sondern stellt auch sicher, dass sensible Daten nicht auf unbestimmte Zeit online verfügbar sind. Diese Funktionen sind kein optionales Extra, sondern ein Industriestandard, denn laut einem Vergleich führender Anbieter bieten 100% der Premium-Tools solche Schutzmechanismen an.
Für eine maximale, granulare Kontrolle bieten fortgeschrittene Systeme sogar noch mehr. Sie können verschiedene Benutzergruppen mit unterschiedlichen Rechten (z.B. nur Ansicht vs. Download) definieren oder Galerien komplett auf „privat“ stellen, sodass sie nicht einmal über den Link zugänglich sind, ohne dass der Benutzer explizit freigeschaltet wurde. Wasserzeichen bieten einen zusätzlichen Schutz, um die unbefugte Nutzung von Screenshots zu erschweren. Die Kombination dieser Massnahmen signalisiert dem VIP-Kunden: Ihre Privatsphäre hat für mich oberste Priorität.
Ihr Aktionsplan: Sicherheitseinstellungen für VIP-Galerien
- Individuelle Gallery-Links mit zufälligem String generieren lassen, um ein Erraten der URL zu verhindern.
- Ein starkes, einzigartiges Galerie-Passwort erstellen und dieses auf einem separaten, sicheren Kanal an den Kunden kommunizieren.
- Die Galerie auf ‚privat‘ setzen, sodass sie nur für eingeloggte und von Ihnen freigegebene Benutzer sichtbar ist.
- Granulare Zugriffskontrolle nutzen, z.B. mit einer PIN, um verschiedenen Personen (Kunde, Assistent, Familie) unterschiedliche Rechte zu geben.
- Ein klares Ablaufdatum für die Galerie festlegen und dies vorab kommunizieren, um den Auswahlprozess zu steuern und die Online-Präsenz der Bilder zu limitieren.
Wann sollten Sie Downloads sperren und nur Web-Ansichten freigeben?
Die Kontrolle über den Download von Bildern ist eine der strategisch wichtigsten Funktionen einer professionellen Online-Galerie. Die Frage ist nicht *ob*, sondern *wann* und *warum* Sie den Download sperren sollten. Die Antwort liegt in der Steuerung Ihres Workflows und der Sicherung Ihrer Markenqualität. Der primäre Anwendungsfall für eine reine Web-Ansicht ist die Phase der Bildauswahl und des Proofings.
Wenn Sie dem Kunden eine Galerie zur Auswahl der zu bearbeitenden Favoriten bereitstellen, ist es entscheidend, den Download von hochauflösenden, unbearbeiteten oder nur grundoptimierten Dateien zu verhindern. Dies hat zwei Hauptgründe: Erstens vermeiden Sie, dass der Kunde versehentlich oder absichtlich unbearbeitete Bilder verwendet und veröffentlicht. Ein unbearbeitetes Bild, das online kursiert, kann Ihrem Ruf als Qualitätsanbieter schaden. Zweitens stellen Sie sicher, dass Ihr Bearbeitungsprozess als wertvoller, unverzichtbarer Teil Ihrer Dienstleistung wahrgenommen wird.
Ein Wasserzeichen ist in dieser Phase Ihr bester Freund. Es schützt nicht nur vor unbefugter Nutzung, sondern kommuniziert auch klar und unmissverständlich: „Dies ist eine Vorschau, nicht das finale Produkt.“
Fallbeispiel: Workflow-Optimierung durch kontrollierte Bildfreigabe
Ein Fotograf berichtet von einem Vorfall, bei dem ein Business-Kunde versehentlich unbearbeitete Bilder aus einer Auswahlgalerie in seinen offiziellen Fotopool übernommen und für eine Kampagne verwendet hat. Seitdem implementiert der Fotograf einen strikten Workflow: Auswahlgalerien werden immer mit einem Wasserzeichen versehen und die Download-Funktion ist deaktiviert. Der Kunde kann Favoriten markieren, aber erst nach der finalen Bearbeitung durch den Fotografen werden die hochauflösenden, wasserzeichenfreien Bilder in einer separaten, finalen Galerie zum Download freigegeben. Dieser Prozess verhindert Missverständnisse und sichert die visuelle Qualität, für die der Fotograf bezahlt wird.
Die Freigabe sollte also immer stufenweise erfolgen: In der Auswahlphase nur Web-Ansicht (ggf. mit Download-Option für niedrig aufgelöste, wasserzeichenbehaftete Bilder für Layout-Zwecke). Erst nach Abschluss des Auftrags und vollständiger Bezahlung erfolgt die Freigabe der hochauflösenden Dateien in einer finalen Liefergalerie. So behalten Sie die Kontrolle über Ihren kreativen Prozess und die Qualität Ihrer Marke.
360-Grad-Ansicht oder Detailfotos: Was überzeugt den Kunden bei Modeartikeln mehr?
Auch wenn die 360-Grad-Ansicht in der Produktfotografie oft als der Gipfel der Interaktivität gilt, überzeugt sie bei Modeartikeln nicht immer am stärksten. Aus der Perspektive des Kundenerlebnisses ist die Antwort oft nuancierter. Während eine 360-Grad-Ansicht eine gute räumliche Vorstellung des gesamten Kleidungsstücks vermittelt, sind es oft die hochwertigen Detailfotos, die die eigentliche Kaufentscheidung auslösen.
Warum? Weil Mode eine taktile und emotionale Erfahrung ist. Kunden wollen die Qualität fühlen, auch wenn sie nur online einkaufen. Ein gestochen scharfes Makrofoto, das die Textur eines Wollpullovers, die feine Naht einer Seidenbluse oder die Webart eines Leinenstoffs zeigt, spricht die Sinne an. Es transportiert Informationen über Qualität, Haptik und Wertigkeit, die eine sterile 360-Grad-Ansicht niemals vermitteln kann. Es baut eine Brücke vom digitalen zum physischen Erlebnis und beantwortet unausgesprochene Fragen des Kunden: „Wie fühlt sich dieser Stoff an?“, „Ist die Verarbeitung wirklich so hochwertig?“.

Die ideale Strategie ist daher oft eine Kombination. Nutzen Sie Übersichts- oder Modellfotos, um Passform und Gesamtlook zu zeigen. Aber investieren Sie die meiste Energie in exzellente Detailaufnahmen, die die Handwerkskunst und Materialität in den Fokus rücken. Diese Bilder schaffen Vertrauen in die Produktqualität und rechtfertigen einen höheren Preis. Sie erlauben dem Kunden, sich vorzustellen, wie es wäre, das Produkt zu berühren und zu tragen. In der Welt der Mode, wo Emotionen und wahrgenommene Qualität entscheidend sind, schlägt die emotionale Tiefe eines Detailfotos oft die funktionale Vollständigkeit einer 360-Grad-Ansicht.
Wie nummeriert und signiert man Editionen, um den Marktwert langfristig zu steigern?
Die Entscheidung, ein Foto nicht nur als einfachen Abzug, sondern als Teil einer limitierten Edition zu verkaufen, ist ein strategischer Schritt, um sich vom reinen Dienstleister zum Künstler zu entwickeln. Die Nummerierung und Signatur sind dabei keine blossen Formalitäten; sie sind die Grundpfeiler, die den wahrgenommenen Wert und die Sammlerwürdigkeit eines Werkes begründen.
Die Limitierung der Auflage (z.B. 1/25, 2/25 usw.) schafft künstliche Verknappung. Dieses Prinzip ist aus der Luxusgüterindustrie bekannt und psychologisch extrem wirksam. Ein unlimitiert verfügbares Bild ist ein Produkt; ein auf 25 Stück limitiertes Bild ist ein potenzielles Sammlerstück. Die Nummerierung muss konsequent und nachvollziehbar sein. Üblich ist die Notation „x/y“ auf der Vorder- oder Rückseite des Drucks, meist mit Bleistift, um die Authentizität zu unterstreichen und eine Fälschung zu erschweren. „x“ steht für die Nummer des spezifischen Abzugs und „y“ für die Gesamtgrösse der Edition.
Die persönliche Signatur des Künstlers ist der zweite entscheidende Faktor. Sie ist der Beweis der Authentizität und der direkten Verbindung des Schöpfers zum Werk. Eine Signatur verwandelt einen mechanisch reproduzierten Druck in ein einzigartiges, vom Künstler autorisiertes Objekt. In Kombination mit der Nummerierung garantiert sie, dass es von diesem spezifischen Werk nur eine klar definierte Anzahl an autorisierten Exemplaren auf dem Markt gibt.
Zusätzlich kann ein Echtheitszertifikat (Certificate of Authenticity, COA) ausgestellt werden. Dieses Dokument enthält alle relevanten Informationen zum Werk (Titel, Datum, Drucktechnik, Papier, Editionssgrösse) und wird ebenfalls vom Künstler unterzeichnet. Für Sammler und den Kunstmarkt ist ein solches Zertifikat oft unerlässlich, um die Provenienz und den Wert des Werkes langfristig zu sichern. Durch diese Massnahmen signalisieren Sie dem Markt, dass Sie Ihre Arbeit ernst nehmen und sie als investitionswürdiges Kulturgut positionieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Wahl Ihres Galerie-Tools beeinflusst direkt das Kundenerlebnis und die Wahrnehmung Ihrer Marke als Premium-Anbieter.
- Funktionen wie Shop-Integration und gebrandete Galerien sind keine Extras, sondern essenzielle Werkzeuge zur Umsatzsteigerung und Preisrechtfertigung.
- Die Kontrolle über den Auslieferungsprozess (z.B. durch gesperrte Downloads) ist ein Zeichen von Professionalität und sichert Ihre Qualitätsstandards.
Fine-Art-Print oder Standard-Druck: Was rechtfertigt den 5-fachen Preis für Sammler?
Für einen Aussenstehenden mag der Preisunterschied zwischen einem Standard-Fotodruck aus dem Drogeriemarkt und einem Fine-Art-Print astronomisch erscheinen. Doch für Sammler und Kenner sind die Faktoren, die diesen Unterschied rechtfertigen, klar und überzeugend. Es ist eine Kombination aus materieller Exzellenz, garantierter Langlebigkeit und der Intention des Künstlers.
Zunächst die materielle Ebene: Ein Fine-Art-Print verwendet höchstwertige, oft säurefreie Papiere aus Baumwolle oder anderen edlen Fasern (z.B. von Hahnemühle oder Canson). Diese Papiere haben eine einzigartige Haptik, Textur und ein spezifisches Gewicht, das dem Bild eine physische Präsenz und Tiefe verleiht. Im Gegensatz dazu basieren Standard-Drucke auf einfachem, oft kunststoffbeschichtetem Papier. Die verwendeten Tinten sind ebenfalls entscheidend. Fine-Art-Drucke nutzen pigmentierte Tinten, die eine extrem hohe Farbbrillanz, einen erweiterten Farbraum und vor allem eine garantierte Lichtbeständigkeit von oft über 100 Jahren bieten. Standard-Drucke mit farbstoffbasierten Tinten können hingegen schon nach wenigen Jahren an der Wand sichtbar verblassen.
Der zweite Faktor ist der Prozess. Ein Fine-Art-Print wird in der Regel unter Aufsicht oder sogar von dem Künstler selbst in einem kalibrierten Workflow erstellt. Jede Nuance von Farbe, Kontrast und Helligkeit wird exakt so wiedergegeben, wie es der Intention des Künstlers entspricht. Es ist die autorisierte, finale Manifestation der kreativen Vision. Ein Standard-Druck ist lediglich eine schnelle, automatisierte Reproduktion.
Schliesslich kommt der Sammleraspekt hinzu. Wie im vorherigen Punkt besprochen, wird ein Fine-Art-Print fast immer als Teil einer limitierten, signierten Edition verkauft. Der Käufer erwirbt also nicht nur ein schönes Bild, sondern ein knappes, authentifiziertes Kunstobjekt mit Potenzial zur Wertsteigerung. Der 5-fache (oder oft noch höhere) Preis rechtfertigt sich also durch die Summe dieser Teile: überlegene Materialien, garantierte Archivfestigkeit, die direkte Umsetzung der künstlerischen Vision und die durch Limitierung geschaffene Exklusivität.
Häufige Fragen zur Bildauslieferung und Download-Kontrolle
Welche Download-Grössen sollte man für Social Media freigeben?
Dateien in „Web Size“ sind ideal für soziale Medien oder eine schnelle Vorschau. Für Facebook ist eine Breite von 2048 Pixeln die optimale Auflösung, da dies die maximale Breite ist, die die Plattform ohne weitere Komprimierung zulässt. Kleinere Web-Grössen wie 1024px oder 640px eignen sich für schnelle Uploads oder den Versand per E-Mail.
Wann sollten High-Resolution Downloads gesperrt werden?
Hochauflösende Downloads sollten grundsätzlich gesperrt sein, solange der Auftrag nicht vollständig abgeschlossen und bezahlt ist. Sie sind das finale Produkt. Eine typische „High Resolution“-Datei hat mindestens 3600 Pixel an der langen Kante und ist für grossformatige Drucke, wie z.B. Leinwände in Postergrösse, geeignet. Die Freigabe dieser Dateien ist der letzte Schritt im Lieferprozess.
Wie unterscheiden sich Web-Grössen von High-Resolution?
Der Hauptunterschied liegt in der Auflösung und Dateigrösse. Web-Versionen sind für die Bildschirmanzeige optimiert und in festen Breiten (z.B. 640px, 1024px, 2048px) verfügbar. Sie sind datenreduziert und laden schnell. High-Resolution-Dateien hingegen enthalten die maximal verfügbare Bildinformation, sind deutlich grösser und primär für den Druck gedacht. Die Bereitstellung verschiedener Grössen ist ein wichtiger Service für den Kunden, um ihm die korrekte Nutzung für jeden Anwendungsfall zu erleichtern.